Koronare Herzkrankheit

Was ist die Koronare Herzkrankheit?

Die koronare Herzkrankheit, kurz KHK, gehört zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele Menschen sind betroffen, oft ohne es zunächst zu merken. Umso wichtiger ist es, die Krankheit zu verstehen, Warnzeichen zu erkennen und rechtzeitig zu handeln.

Bei der Koronaren Herzkrankheit (KHK) besteht eine Verengung der Herzkranzgefäße. Dadurch wird das Herz nicht genügend durchblutet. Die Verengung wird durch Fett- und Kalkablagerungen verursacht. Die Ablagerungen werden Plaques genannt. Der Prozess der Ablagerung wird Arteriosklerose genannt.

Mit der Koronaren Herzkrankheit muss man ein Leben lang zurechtkommen, weil sie nicht heilbar ist. Mit einer entsprechenden Behandlung und vor allem einem entsprechenden Lebensstil kann man jedoch gut leben.

Die KHK ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Obwohl man von ihr möglicherweise bei guter Behandlung fast nichts merkt, müssen Betroffene sie deshalb sehr ernst nehmen und ihr Leben entsprechend gestalten.

Welche Beschwerden und Symptome treten auf?

Solange die Gefäße nur leicht verengt sind, merken die Betroffene oft noch wenig von der Krankheit. Bei Fortschreiten der Verkalkung treten dann Beschwerden auf:

  • Schmerzen (Druck, Enge, Brennen) in der Brust – vor allem bei körperlicher Anstrengung oder Stress.
  • Atemnot – ebenfalls vor allem bei Belastung
  • Schnelle Erschöpfung
  • Ausstrahlende Schmerzen: in Arme, Schultern, Rücken, Hals oder Kiefer
  • Schwindel oder Übelkeit

Wichtig: Besonders Frauen, ältere Personen oder Menschen mit Diabetes u.a. haben oft weniger typische oder unspezifische Beschwerden. Es können bei ihnen eher Symptome wie ungewöhnliche Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Übelkeit, Schwindel oder Schmerzen im Oberbauch auftreten. Diese Anzeichen werden leicht übersehen oder anderen Ursachen zugeschrieben. Deshalb bleibt die KHK in solchen Fällen häufig lange unentdeckt und wird manchmal erst bei einem akuten Ereignis wie einem Herzinfarkt erkannt.

Wie wird die KHK diagnostiziert?

Gespräch und körperliche Untersuchung

Die ärztliche Diagnose beginnt mit einem Gespräch, in dem schon die Wahrscheinlichkeit einer Koronaren Herzkrankheit abgeklärt werden kann. In dieser Anamnese fragt der Arzt nach Vorerkrankungen und Risikofaktoren, die die Entstehung der Krankheit begünstigen. Diese Risikofaktoren sind vor allem

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Erhöhtes Cholesterin (vor allem LDL)
  • Genetische Veranlagung
  • Eine Rolle spielen auch Alter und Geschlecht

In der körperlichen Untersuchung werden u.a. Blutdruck und Puls gemessen und Herz und Lunge abgehört.

Die Wahrscheinlichkeit einer KHK kann anhand einer Gewichtung der Ergebnisse (Score) abgeschätzt werden. Dadurch ergibt sich, welche weiteren Untersuchungen nötig sind.

Ergometrie

EKG und Stress-EKG werden häufig noch eingesetzt, sie haben aber keine hohe Aussagekraft in Bezug auf eine mögliche KHK z

Bildgebende Verfahren

Bildgebende Verfahren werden zur weiteren Diagnostik eingesetzt, wenn eine mittlere Wahrscheinlichkeit auf KHK besteht. Bei einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit wird eine Herzkatheter-Untersuchung empfohlen.

Herz-Ultraschall

Mit einer Ultraschall-Untersuchung lassen sich alle Bereiche des Herzens untersuchen. Eine Ultraschall-Untersuchung kann auch unter Belastung durchgeführt werden.

CT

Beim CT (Computertomografie) werden mögliche Engstellen durch Röntgenstrahlen dargestellt. Eine CT-Untersuchung ist heute meist die bevorzugte Methode zur Erkennung einer KHK

MRT

Bei der Magnetresonanztomografie (MRT) werden Organe und Gewebe mithilfe von Magnetfeldern sichtbar gemacht. Dies ist eine sehr schonende Untersuchung. Die Kosten werden leider von den Gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Viele Krankenkassen haben aber mit einigen MRT-Anbietern spezielle Verträge geschlossen. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach.

Herzkatheteruntersuchung

Wenn ein hoher Verdacht auf eine KHK besteht, wird eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Dabei wird ein dünner, biegsamer Schlauch (Katheter) über ein Blutgefäß bis zum Herzen vorgeschoben. Der Eingriff erfolgt über die Leiste oder das Handgelenk. Die Stelle wird vorher örtlich betäubt, sodass man in der Regel keine Schmerzen hat. Über den Katheter wird ein Kontrastmittel eingespritzt, das die Herzkranzgefäße auf Röntgenbildern sichtbar macht.

Der große Vorteil ist, dass in akuten Fällen über das Herzkatheter auch direkt behandelt werden kann. Dabei werden stark verengte Stellen mit einem Stent überbrückt.

Wie wird die KHK behandelt?

Die Behandlung hängt davon ab, wie stark die Gefäße verengt sind und welche Beschwerden bestehen. Meist wird eine Kombination aus Lebensstiländerung, Medikamenten und ggf. Eingriffen eingesetzt.

Änderung des Lebensstils

Die wichtigste Behandlungsmethode ist die Änderung des Lebensstils.

  • Sofortiger Rauchstopp!
  • Gesunde Ernährung (weniger Fett, mehr Gemüse und Obst)
  • Regelmäßige Bewegung, z.B. in Herzsportgruppen
  • Stress reduzieren

Behandlung der Begleiterkrankungen

Der sehr oft vorhandene Bluthochdruck muss möglichst gut eingestellt werden. Ebenso muss ein vorhandener Diabetes mellitus möglichst gut eingestellt werden.

Medikamente

Gerinnungshemmer

Gerinnungshemmer oder auch Thrombozyten-Funktionshemmer bewirken, dass sich Blutplättchen nicht so leicht an Blutgefäße anlagern und Blutgerinnsel bilden. Das bekannteste Medikament ist Acetylsalicylsäure (ASS). Eine geringe Dosierung (ASS 100) reicht aus. Nach einer Stent- oder Bypassoperation ist für die Dauer eines Jahres ein zweiter Gerinnungshemmer notwendig.

Cholesterinsenkende Mittel

Cholesterinsenkende Mittel sind notwendig, um den Cholesterinspiegel des Blutes zu senken. Ein zu hoher Cholesterinspiegel stellt ein hohes Risiko dar. Wichtig ist dabei vor allem das LDL-Cholesterin. Für Patienten mit einer KHK soll der Wert bei unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l) liegen. Der LDL-Wert kann nicht zu niedrig sein,

Blutdrucksenkende Mittel

Medizinische Eingriffe

PCI (Herzkatheter)

Bei der perkutanen coronare Intervention (PCI) wird das verengte Gefäß im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung behandelt. Dabei wird über den Herzkatheter an der verengten Stelle ein kleiner Ballon aufgeblasen, der die Ablagerungen gegen die Gefäßwand drückt und so das Gefäß wieder erweitert. In vielen Fällen wird anschließend ein Stent eingesetzt. Das ist ein kleines Metallgitter, das im Gefäß verbleibt und dafür sorgt, dass es offen bleibt.

Der Eingriff ist vergleichsweise schonend, dauert meist weniger als eine Stunde und die Patientinnen und Patienten sind oft schon nach kurzer Zeit wieder belastbar.

Bypass-Operation

Bei einer Bypass-Operation werden stark verengte oder verschlossene Gefäße „umgangen“. Dazu werden körpereigene Blutgefäße meist aus den Beinen oder dem Herzen entnommen und so eingesetzt, dass sie das Blut an der Engstelle vorbeileiten.

Sie wird vor allem dann eingesetzt, wenn:

  • mehrere Gefäße betroffen sind
  • die Engstellen sehr ausgeprägt sind
  • oder eine Stent-Behandlung nicht ausreicht

Die Operation erfolgt klassisch am offenen Herzen. Dafür muss der Brustkorb ganz geöffnet werden und eine Herz-Kreislauf-Maschine angeschlossen werden. In ausgewählten Fällen kann sie jedoch auch minimalinvasiv durchgeführt werden, also über kleinere Schnitte ohne vollständige Öffnung des Brustkorbs. Welche Methode geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab.

Nach der Operation ist ein Krankenhausaufenthalt und eine anschließende Rehabilitationsphase notwendig. Langfristig kann die Lebensqualität deutlich verbessert und das Risiko für einen Herzinfarkt gesenkt werden.

Warum ist frühes Handeln so wichtig?

Unbehandelt kann die KHK zu schweren Folgen führen, insbesondere zu einem Herzinfarkt. Wer jedoch frühzeitig Symptome erkennt und behandelt wird, kann den Verlauf der Krankheit deutlich verbessern und oft ein weitgehend normales Leben führen.

Fazit

Die koronare Herzkrankheit ist ernst, aber gut behandelbar – vor allem, wenn sie früh erkannt wird. Achten Sie auf Warnsignale Ihres Körpers und gehen Sie bei Beschwerden rechtzeitig zum Arzt. Ein gesunder Lebensstil ist dabei der wichtigste Schutz für Ihr Herz.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen ersetzen auf keinen Fall eine Beratung durch Ihren Arzt. Alle Texte auf dieser Seite beruhen auf Informationen verlässlicher Quellen und wurden vom Verfasser redaktionell bearbeitet.

Damit die Texte leichter zu lesen sind, nutzen wir oft die männliche Form. Natürlich sind immer alle Geschlechter gemeint.

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