Vorhofflimmern

Beim Vorhofflimmern schlägt das Herz unregelmäßig und oft zu schnell. Das muss man nicht unbedingt bemerken: ca. 25 – 40% der Betroffenen bemerken keine Symptome. Für andere wiederum sind die Symptome überdeutlich und beängstigend.

Woran erkenne ich Vorhofflimmern?

Manchmal kann man also Vorhofflimmern überhaupt nicht erkennen. Am häufigsten merkt man es aber durch starkes Herzklopfen in Brust und Hals. Oft ist der Pulsschlag dann zu schnell (Tachyarrhythmie) oder aber auch zu langsam (Bradyarrhythmie). Manchmal kommt es zu Brustschmerzen, Übelkeit, Benommenheit oder Schwindel.

Auf einigen Blutdruckmessgeräten wird Vorhofflimmern angezeigt, z.B. indem ein Herzsymbol nach der Messung blinkt. Aber auch Smartphones und Uhren können Herzflimmern erkennen.

Was geschieht beim Vorhofflimmern?

Die Herzvorhöhe spielen verrückt. Es entstehen unkoordinierte elektrische Impulse, die den den normalen, rhythmischen Ablauf der Herztätigkeit stören. Die Vorhöfe ziehen sich nicht mehr regelmäßig zusammen, sondern „flimmern“. Dabei werden auch die Vorhofmuskelzellen zu schnell elektrisch erregt. Dies kann mit der Zeit dazu führen, dass das Vorhofflimmern chronisch wird. Es schreitet oft von einzelnen kurzen Episoden zum persistierenden Vorhofflimmern fort.

Welche Risiken sind mit Vorhofflimmern verbunden?

Das größte mit Herzflimmern verbundene Risiko ist die Gefahr eines Schlaganfalls. Weil in den betroffenen Vorhöfen das Blut langsamer fließt, kann es sich stauen und Blutgerinnsel bilden, die ins Gehirn gelangen.

Wenn die Vorhöfe nicht mehr ausreichend pumpen, kann das Herz überfordert sein und es kann sich eine Herzschwäche entwickeln bzw. bei bestehender Herzkrankheit weiter fortschreiten.

Die Lebensqualität kann durch Vorhofflimmern eingeschränkt sein.

Was ist der Unterschied zu Kammerflimmern?

Vorhofflimmern darf nicht mit Kammerflimmern verwechselt werden. Kammerflimmern ist unmittelbar lebensbedrohlich: die Herzfrequenz ist dabeiso hoch, dass der Herzmuskel nur noch zittert. Betroffene fallen in Ohnmacht und es kann zum plötzlichen Herztod kommen, wenn das Herz nicht schnell z.B. durch einen Defibrillator wieder in einen normalen Rhythmus gebracht wird.

Wie wird Vorhofflimmern diagnostiziert?

Zuverlässig kann Vorhofflimmern bei einem EKG festgestellt werden. Allerdings nur dann, wenn es auch während der Messung besteht. Deshalb ist die Diagnose oft sehr schwierig. Bei Verdacht wird meist ein Tages- oder Mehrtages-EKG gemessen, aber auch in diesem Zeitraum muss kein Vorhofflimmern auftreten.

Manchmal wird ein Ereignisrekorder in die Haut implantiert, der EKG-Ereignisse aufzeichnet, die vom Arzt ausgelesen werden können.

Ein-Kanal-EKGs in Geräten und Apps können Daten senden. Dies kann heute häufig einen Ereignisrekorder unnötig machen.

Wie wird Vorhofflimmern behandelt?

Vorhofflimmern kann nur sehr selten geheilt werden, wenn die Ursache behandelt werden kann, z.B. bei einer Schilddrüsenerkrankung, manchen Herzklappenfehlern oder einer Medikamentennebenwirkung.

Die Behandlung des Vorhofflimmerns richtet sich vor allem auf die Vermeidung von Schlaganfällen. Daneben können die mit dem Vorhofflimmern verbundene Beschwerden durch verschiedene Maßnahmen behandelt werden.

Besteht eine Schlaganfallgefährdung (die über eine Skala beurteilt wird), ist meistens die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente erforderlich. Diese sind aber mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden, sodass gut abgewogen werden muss, ob andere Behandlungsformen möglich sind.

Heute geht man davon aus, dass eine frühe rhythmuserhaltende Behandlung anzustreben ist. Diese Behandlung wird Kardioversion genannt. Sie kann mit Medikamenten oder auf elektrischem Weg erfolgen. Bei der elektrischen Behandlung wird während einer Kurznarkose ein schwacher Stromstoß versetzt. Die elektrische Kardioversion ist wirksamer als die medikamentöse. Leider hält die Wirkung oft nicht über längere Zeit an.

Eine Alternative ist die Katheterablation. Das ist eine minimal-invasive Operation, bei der Gewebe im linken Vorhof durch Kälte oder Hitze verödet wird. Untersuchungen zeigen, dass diese Maßnahme wirksamer als eine Kardioversion ist, aber auch riskanter.

In letzter Zeit wird verstärkt auch ein Verschluss des linken Vorhofohrs durchgeführt. Im Vorhofohr besteht eine große Stauungs- und damit Gerinnungsgefahr. Standardmäßig wurde bisher schon das linke Vorhofohr verschlossen, wenn ohnehin aus anderen Gründen eine Herzoperation notwendig war. Der Verschluss kann aber auch minimal-invasiv durch eine Katheteroperation durchgeführt werden.

Welche Herzrhythmusstörungen gibt es noch?

Normalerweise schlägt das Herz gleichmäßig. Aber auch beim gesunden Herz treten Unregelmäßigkeiten auf, mehrmals am Tag stolpert das Herz, es kommt zu Extraysystolen.

Formen von Störungen, die länger anhalten oder häufiger auftreten sind

  • Das Herz schlägt zu schnell (Tachyarrhythmie)
  • Das Herz schlägt zu langsam (Bradyarrhythmie)
  • Das Herz schlägt unregelmäßig (Arrhythmie)

Weitere Informationen

Anlässlich der Herzwochen 2022 hat die Deutsche Herzstiftung die Patientenbroschüre Vorhofflimmern herausgegeben. Sie erhalten Sie über uns oder auch direkt von der Herzstiftung

© Innenseite: picturealliance/ imageBROKER
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Vom Kompetenznetzwerk Vorhofflimmern gibt es ebenfalls eine Patientenbroschüre, die Sie hier kostenlos herunterladen können:

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen ersetzen auf keinen Fall eine Beratung durch Ihren Arzt. Alle Texte auf dieser Seite beruhen auf Informationen vor allem der Deutschen Herzstiftung und wurden vom Verfasser redaktionell bearbeitet.