Smartwatch erkennt Vorhofflimmen häufiger als Standarddiagnostik

Die EKG-Funktion moderner Smartwatches ist der Standarddiagnostik deutlich überlegen. Sie kommt zu viermal häufigerer Entdeckung von Vorhofflimmern.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Amsterdam University Medical Centers, bei der 437 Risikopatienten im Durchschnittalter von 75 Jahren untersucht wurden. Während bei einer kardiologischen Standarduntersuchung (Erhebung von Symptomen, ein- oder mehrmaliges 12-Kanal-EKG, anlassbezogen 24-Stunden-EKG) es zu 2,3 % positiven Diagnosen kam, kam es bei der Überwachung durch das Smartphone zu 7,3 % Diagnosen. Die Wahrscheinlichkeit, Vorhofflimmern zu erkennen, ist noch höher, nämlich etwa viermal so hoch.

Allerdings sind die Warnungen vor Vorhofflimmern der Smartwatches nur zu 50% treffsicher. Die Hälfte der Ergebnisse zeigt Vorhofflimmern an, obwohl tatsächlich kein Vorhofflimmern vorliegt. Die Autoren der Studie sind der Meinug, dass das “in Abwägung mit den Diagnosen, die uns die Wearables aber überhaupt erst ermöglichen, zu verschmerzen sein sollte“.

Wie funktioniert die Erkennung von Vorhofflimmern auf der Smartwach?

Die Smartwatch erkennt Unregelmäßigkeiten im Puls bei neueren Geräten mit einer Photoplethysmografie(PPG)-Funktion und sendet einen Alarm. Die Nutzenden können dann ein Einkanal-EKG starten – sie müssen dazu den Finger auf einen Knopf der Smartwatch halten. Die Ergebnisse lassen sich auch an den Arzt übermitteln. Nur der Arzt kann erkennen, ob es sich bei dem Vorfall tatsächlich um Vorhofflimmern handelt.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Journal of the American College of Cardiology 

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen ersetzen auf keinen Fall eine Beratung durch Ihren Arzt. Alle Texte auf dieser Seite beruhen auf Informationen verlässlicher Quellen und wurden vom Verfasser redaktionell bearbeitet.

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