Alles zum Arztgespräch

Gute Gespräche, bessere Behandlung

Menschen mit Herzkrankheiten haben mit verschiedenen Ärzten zu tun: dem Hausarzt, Kardiologen, Chirurgen, oft noch andere Fachärzten.

So verschieden die Patienten sind, so verschieden sind die Ärzte. Nicht mit allen klappt die Kommunikation so, wie wir sie uns wünschen. Dabei spielen unterschiedliche Aspekte eine Rolle:

  • Zeitdruck: im Durchschnitt haben Ärzte 8 Minuten Zeit für den Patienten
  • Verständlichkeit der Information: oft verstehen Patienten Fachausdrücke nicht, trauen sich aber nicht nachzufragen
  • Verarbeitungsschock: für den Patienten braucht es Zeit, Diagnosen verarbeiten zu können
  • Verlegenheit: wie der Patient den Arzt oder die Behandlungssituation erlebt, kann ihn verlegen machen und daran hindern, klare Gedanken zu fassen. Auch manche körperliche Beschwerden können verlegen machen.
  • Erwartungen: Während manche Patienten klare Handlungsanweisungen erwarten und nicht unbedingt alles über Ihre Prognose erfahren wollen, erwarten andere, dass Sie umfassend informiert und in die Entscheidung einbezogen werden.
  • Informiert sein: Patienten (wie Sie z.B., der diese Seite besucht) sind heute gut informiert, manchmal sind sie sogar besser über die Herzkrankheit informiert als der Hausarzt. Ärzte hingegen betrachten Informationen von dritter Seite, die der Patient mitbringt, manchmal als störend.
  • Compliance: Ärzte gehen davon aus, dass ihre Empfehlungen befolgt werden: Medikamente planmäßig eingenommen sowie Ratschläge zu Lebensstil angewandt werden. Patienten setzten das in ihrem Alltag manchmal nicht um, erzählen das ihrem Arzt aber nicht.
  • Placebo-Effekt: Den Placebo-Effekt gibt es auch im Gespräch. So ist erwiesen, dass es einen großen Unterschied, ob eine Spritze mit „Jetzt tut es gleich weh“ oder mit „Das wird Ihnen helfen“ angekündigt wird. Selbst starke Schmerzmittel wirken fast gar nicht mehr, wenn sie mit der Ansage verabreicht werden, dass die Substanz die Schmerzen verstärken würde.

Gut vorbereitet für das Arztgespräch

Stress beim Arztbesuch ist normal. Deshalb ist der Blutdruck höher als sonst. Ärzte ziehen deshalb oft 10% von dem gemessenen Wert ab, um den normalen Blutdruck zu ermitteln.

Für den Besuch beim Kardiologen gilt das ganz besonders. Denn hier geht es häufig um lebenswichtige Fragen.

Unser Tipp:

  • Notieren Sie sich, welche Beschwerden Sie haben.
  • Schreiben Sie Ihre wichtigsten Fragen auf. Sie können den Zettel ruhig mitnehmen, damit Sie keine Frage vergessen.

Nehmen Sie folgende Unterlagen mit:

  • Ihren aktuellen Medikationsplan
  • Eine Liste mit Vorerkankungen
  • Arztbriefe bzw. Befunde relevanter Vorerkrankungen, vor allem natürlich von früheren Herzkatheteruntersuchungen oder Herzoperationen
  • Wenn vorhanden: Aktuelle Laborbefunde (besonders LDL-Cholesterin, Gerinnungswerte, Nierenwerte, Blutbild)

Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie eine Begleitperson mit. Das ist Ihr Recht.

Fragebogen zum Arztgespräch

Hier finden Sie eine PDF, in der Sie alle Daten und Fragen zur Vorbereitung des Arztgesprächs finden:

Während des Besuchs

Während des Besuchs gehen Sie die Fragen auf Ihrem Bogen durch und machen sich Notizen.

Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie nach.

Den Befund verstehen

  • Im Dolmetscher werden Fachbegriffe in allgemeinverständliche Begriffe übersetzt
  • Der ICD-Schlüssel ist ein internationales System, das Krankheiten und Diagnosen einheitlich benennt. Anhand des eingegebenen ICD-Schlüssels wird der Befund allgemeinverständlich erläutert.
  • In „Befund übersetzen“ können Sie einen gesamten Befund übersetzen lassen. Das dauert eine Weile, ist aber sehr verständlich übersetzt.
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