Viele Betroffene haben Angst, dass körperliche Belastung nach einem Herzinfarkt oder bei einer bestehenden Herzkrankheit gefährlich sein könnte.
Eine aktuelle Auswertung von 107 Studien mit fast 27.000 Menschen zeigt jedoch: Regelmäßiges Bewegungstraining im Rahmen einer Herz-Rehabilitation hilft Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit deutlich.
Die Analyse zeigt auch, dass schwerwiegende Zwischenfälle während der überwachten Sportprogramme sehr selten sind. Die Forschenden bewerten die Sport-Reha deshalb als sicher und wirksam.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Die Zahl der Krankenhauseinweisungen sank um etwa ein Drittel.
- Das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt wurde um mehr als ein Viertel reduziert.
- Langfristig beobachtete Patientinnen und Patienten profitierten besonders: Das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, sank um 42 Prozent.
Wer nach einer koronaren Herzerkrankung an einer Sport-Rehabilitation teilnimmt, kann seine Gesundheit langfristig verbessern und das Risiko für weitere Herzprobleme deutlich senken.
Alternativen zur Herzsportgruppe
Plätze in Herzsportgruppen sind häufig schwer zu bekommen und nicht jeder ist für diese Art von Bewegung zu begeistern.
Die internationale Studie zeigt, dass auch andere Bewegungsformen positive Effekte haben, etwa das in Indien häufig praktizierte Yoga oder das in China verbreitete Tai Chi.
Für das eigenständige Training sollte zunächst die individuelle Belastbarkeit ärztlich abgeklärt werden, idealerweise mithilfe eines Belastungs-EKGs. Besonders nach einem Herzinfarkt oder einem Eingriff am Herzen empfiehlt sich die Trainingsplanung in enger Abstimmung mit dem behandelnden Kardiologen.
Die Trainingsintensität kann dabei über die Herzfrequenz kontrolliert werden. Ein individuell festgelegter Pulsbereich hilft, Überlastungen zu vermeiden. Wichtig ist, mit kurzen und moderaten Trainingseinheiten zu beginnen und die Belastung schrittweise zu steigern. Regelmäßige Bewegung ist dabei deutlich wichtiger als sportliche Höchstleistungen. Treten Beschwerden wie Brustschmerzen, ungewohnte Atemnot, Schwindel oder Herzrasen auf, sollte das Training sofort beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden.
Geeignet sind vor allem Ausdauersportarten mit gut steuerbarer Belastung, beispielsweise zügiges Gehen, Nordic Walking, Wandern, Radfahren, Ergometertraining oder Schwimmen. Weniger günstig sind Sportarten, bei denen man sich leicht zu hohen Belastungen hinreißen lässt, beispielsweise manche Wettkampf- oder Ballsportarten.
Quellen: Deutsches Ärzteblatt
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